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Penan-Häuptlinge in Sarawak des Amtes enthoben

Penan-Häuptlinge in Sarawak des Amtes enthoben

"Die Regierung verletzt unsere Rechte": Penan-Häuptlinge des oberen Baram-Gebiets im Gespräch

Die Regierung des ostmalaysischen Bundesstaats Sarawak auf Borneo versucht gegenwärtig, ihr nicht genehme Anführer von Penangemeinden zu ersetzen. Verschiedene gewählte Penan-Häuptlinge wurden von den Behören ihres Amtes enthoben.

Gemäss zuverlässigen Penan-Quellen verkündeten Behördenvertreter einer Versammlung von Penan aus dem oberen Baram-Gebiet vor kurzem, ihre Häuptlinge würden von der Regierung nicht länger anerkannt. Gleichzeitig stellte die Regierung die Zahlung von Salären an die entlassenen Häuptlinge ein. Als Entschädigung für ihre offiziellen Funktionen enthalten Gemeindevorsteher in Sarawak ein monatliches Entgelt von 450 Ringgit (150 CHF / 92 EURO).

In Long Benali wurde Häuptling Saund Bujang des Amtes enthoben. Sein Dorf sorgte in den vergangenen zwei Jahren auf Grund einer gegen den Holzkonzern Samling gerichteten Blockade für Schlagzeilen in den internationalen Medien. An Stelle von Saund soll jetzt ein Interessenvertreter des Holzkonzerns Samling zum Häuptling ernannt werden.

In Long Sait am Selungo-Fluss wurde Häuptling Bilong Oyoi abgesetzt. Bilong ist einer der massgeblichen Sprecher der Penan aus dem oberen Baram und hat sich wiederholt gegen die Abholzung der verbleibenden Urwälder der Region ausgesprochen. Ebenso ist er einer der Hauptkläger einer 1998 eingereichten Landrechtsklage, die gegen Samling und die Regierung von Sarawak gerichtet ist.

Ein weiterer Unterzeichner derselben Landrechtsklage, Häuptling Kelesau Naan von Long Kerong, verschwand im Oktober 2007 in der Nähe seines Reisfelds. Er wurde zwei Monate später tot aufgefunden; die Penan vermuten, dass Kelesau ermordet wurde. Long Kerong hat in der Zwischenzeit Kelesaus vormaligen Stellvertreter Tirong Lawing zum Häuptling gewählt. Da seine Wahl bis heute noch nicht offiziell anerkannt wurde, ist Long Kerong derzeit ohne rechtsgültigen Häuptling.

Auch Long Lamai, ein Penandorf, das im April 2007 eine Landrechtsklage gegen die Regierung von Sarawak und Samling einreichte, hat keinen offiziell anerkannten Häuptling. Der vormalige Häuptling Belare Jabu starb im Mai 2007. Sein Sohn Wilson Belare wurde von den Dorfbewohnern zum Nachfolger bestimmt, wartet aber immer noch auf seine Anerkennung durch die Behörden.

"Wir protestieren gegen diese Verletzung unseres Rechts auf Wahl unserer Häuptlinge", sagte ein Penan-Vertreter aus dem oberen Baram gegenüber dem Bruno Manser Fonds. "Trotz all diesen Machenschaften der Regierung steht die Bevölkerung im oberen Baram geeint hinter ihren gewählten Vertretern."

Mit der Absetzung der Häuptlinge verletzen die Behörden von Sarawak die UNO-Deklaration für die Rechte der indigenen Völker. Die Deklaration bekräftigt in Artikel 18 das Recht indigener Gemeinden, ihre eigenen Vertreter nach ihren Regeln zu wählen.

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«Ein Problem besteht darin, dass wir keine Karte unseres Landes haben. Ohne Karte verhandelt die Regierung gar nicht mit uns und sagt, das sei alles Staatsland.»
 
by moxi