DE | FR | EN
Startseite | Kontakt | Drucken
bmf

Urwaldschutz-Kampagne Sarawak

Urwaldschutz-Kampagne Sarawak

1. Vorsicht vor dem malaysischen Holzlabel MTCC

Seit Januar 2005 wehren sich die Penan gegen einen Etikettenschwindel: Einer der grössten malaysischen Holzkonzerne, die Samling-Gruppe, wurde vom Holzzertifizierungsrat MTCC (Malaysian Timber Certification Council) mit einem Zertifikat für "nachhaltige" Forstwirtschaft ausgezeichnet. Das Holz aus einem der letzten verbliebenen Urwaldgebiete der Penan soll nun mit diesem Label verkauft werden.
Samling plündert seit Jahren nicht nur die Wälder in Malaysia, sondern auch in Papua-Neuguinea, Kambodscha und Südamerika. Dass ausgerechnet diese Firma ein Zertifikat für „nachhaltige“ Forstwirtschaft erhält, zeigt, auf welch unglaubwürdige Weise sich Malaysia ein gutes Image auf dem internationalen Holzmarkt erschleichen will. "Wir lehnen dieses Zertifikat strikt ab", schreibt Penan-Häuptling Bilong Oyoi aus Long Sait. "Viele von uns leiden unter den Samling-Aktivitäten: unsere Flüsse sind verschmutzt, unsere heiligen Stätten beschädigt und unsere Tiere verjagt von Leuten, die unsere Kultur und Lebensgrundlagen zerstören."

BMF lanciert die MTCC-Kampagne in Europa

In Malaysia selber boykottieren die meisten Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen das unglaubwürdige MTCC-Label. Damit die Kritik der Betroffenen auch im von MTCC anvisierten Europa gehört wird, hat der Bruno-Manser-Fonds am 17. Februar 2006 einen Protestbrief der Penan an die britische Baumaterialfirma Jewson Ltd. publik gemacht. Mehrere internationale Medien haben die Mitteilung aufgegriffen. Seither sind Gespräche zwischen Umweltorganisationen, europäischen Firmen und Regierungen im Gang.

2. Der Pulong Tau-Nationalpark: Unterstützung vom Bruno-Manser-Fonds

Im März 2006 wurde in Ost-Sarawak nahe der indonesischen Grenze der seit langem geplante Pulong Tau-Nationalpark eröffnet. 58'000 Hektaren Bergurwald wurden unter Schutz gestellt. Bereits liegen Pläne für eine Erweiterung des Nationalparks vor.
Der Bruno-Manser-Fonds freut sich über diesen Erfolg im Urwaldschutz und engagiert sich dafür, dass die in der Region lebenden Penan in die Entscheidungen über Schutzbestimmungen miteinbezogen werden. Dank Vermittlung des Bruno-Manser-Fonds fanden verschiedene Treffen zwischen Penan-Vertretern, dem Projektkomitee sowie internationalen Geldgebern statt. Ausserdem dienen vom Bruno-Manser-Fonds bereit gestellte Satellitenbilder dem internationalen Projektkomitee dazu, den Holzschlag in den angrenzenden Gebieten zu überwachen. Möglich wurde dies dank einer Kooperation mit der Firma Geospace Austria in Salzburg.

Zurück

«Die Holzgesellschaften kümmert es einfach nicht, wenn im Wald eines unserer Gräber ist. Zwei Gräber wurden von der Firma Woodman zerstört.»
 
by moxi